Univ.-Prof. Dr. Tanjev Schultz

Professor für Journalismus I -
Grundlagen und Strategien

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Tanjev Schultz ist seit 2016 Professor am Journalistischen Seminar und am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind journalistisches Schreiben und journalistische Darstellungsformen, Vertrauen in die Medien, Verschwörungstheorien, Ethos und Ethik des Journalismus, Medien und Demokratie, Medien und Extremismus/Terrorismus, Pressefreiheit, Investigativer Journalismus und Datenjournalismus. Tanjev Schultz ist Programmbeauftragter für das Austauschprogramm mit der University of Memphis 

Tanjev Schultz studierte an der Freien Universität Berlin, der FernUniversität Hagen und an der School of Journalism (School of Media) der Indiana University in Bloomington (USA). Er erwarb einen Master of Arts (USA) in Journalismus und einen Magister (Deutschland) in Philosophie, Psychologie und Germanistik.  Tanjev Schultz promovierte an der Universität Bremen in Politikwissenschaft mit der Dissertation „Geschwätz oder Diskurs? Die Rationalität politischer Talkshows im Fernsehen“. Von 1999 bis 2003 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und dort u.a. in einem DFG-Projekt zu Identitäten türkischer Einwanderer tätig. Er unterrichtete auch an der International University Bremen. Im Jahr 2003 wechselte Tanjev Schultz zur Süddeutschen Zeitung. Nach mehr als zwölf Jahren im professionellen Journalismus folgte er im Jahr 2016  dem Ruf auf die Professur für Grundlagen und Strategien des Journalismus an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und einer der Gründer und Herausgeber der Fachzeitschrift „Journalistik“. 

Tanjev Schultz arbeitete als Politik-Redakteur für die Süddeutsche Zeitung, für die er weiterhin als freier Autor tätig ist. Zunächst war er verantwortlich für die bildungspolitische Berichterstattung, später für Themen der Inneren Sicherheit, Terrorismus und politischen Extremismus. Vertretungsweise arbeitete er immer wieder als innenpolitischer Chef vom Dienst. Im Laufe der Jahre schrieb er mehr als tausend Beiträge, überwiegend im Politikteil, aber auch im Wirtschaftsteil, im Feuilleton und im Lokalen kurze Meldungen ebenso wie lange Berichte und Analysen, zahlreiche Interviews, Rezensionen, Kommentare und Leitartikel sowie große Seite-3-Reportagen.

Erste journalistische Erfahrungen hatte Schultz während des Studiums gesammelt, als Praktikant und freier Mitarbeiter bei den „Lübecker Nachrichten“, der „Berliner Zeitung“, beim „Spiegel“, dem „Tagesspiegel“, der Berliner Stadtillustrierten „Zitty“ sowie dem WDR. Mit Kommilitonen betrieb er in Berlin ein kleines Journalistenbüro. Für die Wochenzeitschrift „Schleswig-Holstein am Sonntag“ schrieb Schultz später jahrelang Kolumnen. Bei der Süddeutschen Zeitung arbeitete er eng mit der Online-Redaktion und dem Investigativ-Ressort zusammen. Er gehörte zum Team bei größeren Rechercheprojekten und Serien, wie „Geheimer Krieg“ (über die Arbeit der US-Geheimdienste) und „Swiss Leaks“ (über ein Datenleck bei einer Schweizer Bank). Gemeinsam mit seinem Kollegen Roland Preuß schrieb er als Erster über die Plagiate in der Doktorarbeit des damaligen Bundesverteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg und löste damit dessen Plagiatsaffäre aus. Jahrelang berichtete Schultz über die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule, über den Terror des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), den NSU-Prozess und die Arbeit diverser parlamentarischer Untersuchungsausschüsse Die  journalistische Arbeit von Tanjev Schultz ist mehrmals ausgezeichnet worden: Medienpreis der Deutschen Gesellschaft für Evaluation, Emma-Journalistenpreis, Shortlist Henri-Nannen-Preis in der Kategorie Reportage (Egon-Erwin-Kisch-Preis), Goethe-Medienpreis Universitas-Preis für Wissenschaftsjournalismus, Lead Award Bronze (zwei Mal) und Lead Award Gold. Im Jahr 2018 wurde er zu den „Journalisten des Jahres“ gewählt (Auszeichnung durch das Medium Magazin, Kategorie „Team des Jahres“). Im Jahr 2019 erhielten Schultz und drei frühere SZ-Kollegen den Nannen-Preis für ihre jahrelange Berichterstattung über den NSU-Fall.

Derzeit gehört Tanjev Schultz zwei Jurys von Journalistenpreisen an: der des Deutschen Journalistenpreises sowie der Jury des Medium Magazins für die „Journalisten des Jahres”.