Kernkompetenzen für die Arbeitswelt von heute und morgen – das Bachelor-Beifach “Audiovisuelles Publizieren” 

Das Bachelor-Beifach Audiovisuelles Publizieren verbindet das Fachwissen eines Hauptfaches mit dem medienspezifischen Wissen audiovisueller Gestaltung. Egal ob PublizistIn, PolitologIn, PhysikerIn oder FilmwissenschaftlicherIn – hier lernen die Studierenden in sechs Semestern, wie sie mit zeitgemäßen audiovisuellen Mitteln komplexe Themen für ein breites Publikum attraktiv aufbereiten. Journalistisches Basiswissen ist auch hier die Grundlage. Der frisch reakkreditierte Studiengang nimmt aufgrund der starken Nachfrage ab Herbst 2019 jährlich 48 statt wie früher 16 Studienanfänger auf. 

Modul 1: Grundlagen des audiovisuellen Publizierens I

Ihr AVP-Studium beginnt im ersten Semester mit den Grundlagen journalistischen Arbeitens sowie dem Erlernen des technischen Know-Hows, das Sie für die Handhabung von Kamera und Schnittprogrammen benötigen. Das Ziel ist es, dass Sie bereits nach dem ersten Semester kleinere audiovisuelle Beiträge eigenverantwortlich produzieren können: von der Recherche über das Treatment und den Dreh bis hin zur Postproduktion. Dieser Praxisteil orientiert sich an den Grundsätzen des Videojournalismus (VJ). Zudem lernen Sie erste Möglichkeiten der multimedialen Gestaltung, bspw. für das Design von Internetseiten, kennen.  

Die Vorlesung Grundlagen des audiovisuellen Journalismus vermittelt die theoretischen und praktischen Grundlagen des audiovisuellen Publizierens. Sie erhalten einen fundierten Überblick, bspw. über Kamera-, Schnitt- und Tontechnik sowie Themenfindung, Recherche und Interviewführung. Außerdem lernen Sie die verschiedenen journalistischen Formate und Darstellungsformen in klassischen wie auch digitalen Medien kennen und zu unterscheiden. Im Seminar Journalistisches Arbeiten liegt der Fokus auf journalistischen Qualitätskriterien, vor allem auf Recherchetechniken sowie rechtlichen und ethischen Fragen in diesem Kontext. In Kleingruppen entwickeln und produzieren Sie eigene audiovisuelle Beiträge und üben so den Umgang mit Kamera sowie Schnittsoftware.  

Modul 2: Grundlagen des audiovisuellen Publizierens II

Im zweiten Grundlagen-Semester werden die theoretischen und praktischen Kenntnisse weiter vertieft, wobei zugleich eine Spezialisierung in einem von Ihnen gewählten Gewerk erfolgt. Zur Wahl stehen hier: Außenproduktion (Kamera, Licht, Ton), Innenproduktion (Schnitt, Bildnachbearbeitung, Tonmischung) oder Interaktive Medien (Webspezifische Produktionssysteme). Die Vertiefung erfolgt im Werkstattkurs Vertiefung audiovisuelle Produktion. Neben den technischen Aspekten wird in diesen Lehrveranstaltungen jeweils auch ein Gefühl für die Arbeit an unterschiedlichen videojournalistischen Formaten vermittelt. 

Im Seminar Einführung in die Analyse audiovisueller Medienbeiträge lernen Sie, verschiedene audiovisuelle Darstellungsformen, ihre Logik und Funktion, ihre historische Entwicklung und Ästhetik zu beschreiben und zu vergleichen. Der Fokus des Seminars liegt auf der Einübung einer bewussten, kritischen und differenzierten Analyse von journalistischen, nonfiktionalen und fiktionalen audiovisuellen Medienprodukten. Das hier erworbene Wissen kommt Ihnen darüber hinaus bei der Produktion Ihrer eigenen audiovisuellen Beiträge zugute. 

Modul 3: Medien- und Kommunikationskompetenz – Theoretische Vertiefung und Spezialisierung

Ab dem dritten Semester nehmen Sie sowohl an den Lehrredaktionen von Campus Media teil (siehe: Module 5 + 6) und vertiefen parallel dazu im Modul 3 theoretische Kenntnisse im Bereich Medien- und Kommunikationskompetenz. Je nach Kernfach und Interesse haben Sie für das 3. und 4. Semester die Wahl zwischen vier verschiedenen Wahlpflichtmodulen und entscheiden sich für zwei der folgenden Module:  

Im Modul 3a: Kommunikationswissenschaftliche Aspekte von audiovisuellen Medien (nicht wählbar für Studierende mit Kernfach Publizistik) beschäftigen Sie sich mit den grundlegenden Theorien, Fachbegriffen und empirischen Methoden der Kommunikationswissenschaft, insbesondere mit Bezug zur Rezeptions- und Wirkungsforschung. 

Das Modul 3b: Bild- und filmwissenschaftliche Aspekte des audiovisuellen Publizierens (nicht wählbar für Studierende mit den Kernfächern Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kulturanthropologie) bietet Ihnen einen Einblick in Filmgeschichte, -theorie und –ästhetik. Auf der Grundlage von Erkenntnissen, Fachbegriffen und Methoden der Filmwissenschaft analysieren und interpretieren Sie fiktionale Filme. 

Im Modul 3c: Dokumentarische Aspekte des audiovisuellen Publizierens reflektieren Sie die Besonderheiten dokumentarischer und journalistischer Produktionen in ihrer ganzen Vielfalt. Auf Basis der Dokumentarfilmtheorie bietet es Ihnen einen Überblick der Geschichte und Gegenwart des dokumentarischen Arbeitens. 

Im Modul 3d: Wissenschaftsvermittlung werden Theorien, Themen und Techniken der Wissenschaftskommunikation und -präsentation vermittelt. Sie beschäftigen sich mit der Terminologie und den Methoden zur Analyse von audiovisuellen Produktionen im Bereich der Wissenschaftskommunikation, vor allem des Wissenschaftsjournalismus. 

Modul 4: Medien- und Kommunikationskompetenz

In den Semestern 5 und 6 stehen für Sie die Lehrveranstaltungen des Moduls 4 auf dem Studienplan und bereiten Sie gegen Ende des Studiums weiter auf die Berufswelt vor. 

Aktuelle Trends und Entwicklungen erforschen und diskutieren Sie im Seminar Innovationen in der audiovisuellen Produktion. Derzeit sind dies bspw. Geräte zur Produktion und Rezeption von Virtual Reality-Inhalten, 360-Grad-Kameras oder Kameras zur Produktion von 4K-Bildern. Zum Seminar gehört ebenfalls die Analyse und Bewertung der mit dieser Technik hergestellten audiovisuellen Werke sowie die Frage, inwiefern diese Technik ggf. für Ihre eigenen Produktionen gestalterisch nutzbar gemacht werden kann. 

In der Übung Kommunikationskompetenz erwerben Sie ein Verständnis für die Grundlagen direkter und medial vermittelter Kommunikation, für gelingende und misslingende Verständigung sowie für die Herausforderungen der Wissensvermittlung und der Arbeit in audiovisuellen Produktionsteams. Nach dem Absolvieren dieser Lehrveranstaltung sind Sie in der Lage, in Teamarbeit Produktionsprozesse audiovisueller Produkte zu moderieren und zu gestalten und komplexe Sachverhalte Zielgruppen-adäquat aufzubereiten. Zum Kursinhalt gehört bspw. auch das Community Management von Social-Media-Plattformen. 

Modul 5+6: Campus Media I+II

Die Arbeit für Campus Media bildet vom 3. bis zum 6. Semester den Kern Ihres AVP-Studiums. In den Lehrredaktionen planen und realisieren Sie audiovisuelle Beiträge mit unterschiedlichen Themen und Darstellungsformen. Sie arbeiten kooperativ in einem redaktionellen Team zusammen und lernen auf diese Weise redaktionsinterne Abläufe und Routinen kennen – das erleichtert Ihnen den späteren Übergang in die Praxis außerhalb der Universität. Bei der Produktion von audiovisuellen Beiträgen unter redaktionellen Vorgaben wenden Sie Ihr gelerntes Gewerk an (Außenproduktion, Innenproduktion oder interaktive Medien) und entwickeln als AutorIn die Themen von Beiträgen. Ihre Beiträge werden im Offenen Kanal Mainz gesendet sowie auf verschiedenen Internet- und Social Media-Plattformen publiziert.  

Sie können je nach Interessensgebiet zwischen verschiedenen Studien-Schwerpunkten wählen und zudem entscheiden, ob Sie nach zwei Semestern in eine andere Lehrredaktion wechseln oder sich über vier Semester hinweg auf einen Bereich konzentrieren und darin spezialisieren wollen. Sie haben die Wahl zwischen: 

In den Modulen 5a + 6a: CampusTV arbeiten Sie in der Lehrredaktion von CampusTV mit, wo sie audiovisuelle Beiträge für Sendungen und/oder für eine Verbreitung über Internet-Plattformen produzieren. Dabei übernehmen Sie die Autorenschaft und/oder die Kamera-, und Schnittarbeit, bei Bedarf auch die Gestaltung von Ton und Licht. 

In den Modulen 5b + 6b: Social Media erlernen Sie selbständig und im Team Beiträge für Social Media-Plattformen wie Instagram, YouTube oder Facebook zu produzieren sowie diese für den entsprechenden Publikationskanal formatgemäß zu gestalten, zu veröffentlichen und im Rahmen des Community Managements zu moderieren. 

Inhalt der Module 5c + 6c: Wissenschaftsvermittlung ist die audiovisuelle Aufbereitung von Themen aus den Bereichen Wissen, Wissenschaft und Forschung für unterschiedliche Publikationskanäle und Zielgruppen. Die Bandbreite reicht hier von journalistischen Produktionen über die Kommunikation entsprechender Themen für Forschung bis hin zur digitalen Wissensvermittlung in der Lehre. 

In den Modulen 5d + 6d: Dokumentarisches Arbeiten entwickeln Sie dokumentarische Formate für unterschiedliche Medienplattformen. Dies kann bspw. ein klassischer Dokumentarfilm, eine Webdoku oder ein dokumentarischer YouTube-Kanal sein. 

Die Module 5e + 6e: Projekt-Lehrredaktion bieten Raum für Neues und Innovatives. Neben der Konzeption, Entwicklung und dem Experimentieren mit ungewöhnlichen audiovisuellen Formaten (bspw. multimedial, interaktiv, immersiv) sind hier bspw. auch investigativer Journalismus und die Umsetzung datenjournalistischer Projekte möglich. 

Begleitend zu den Lehrredaktionen in den Modulen 5 und 6 erwerben Sie in Workshops journalistische Basiskenntnisse, die Sie für eine Mitarbeit in den Lehrredaktionen benötigen. Dazu gehören Themen wie Medienethik, Recherchieren, Texten, Interviewtechnik, Medienrecht und Sprechen. 

Im 5. und 6. Semester (Modul 6) betreuen Sie in einer Tutorentätigkeit weiterhin die Studierenden des ersten und zweiten Semesters bei ihren praktischen Übungen. 

 

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